Das Leben einer Schamanin in Deutschland
coverbuch_lulu-medium.jpgIn diesem Buch beschreibt die Schamanin Claudia Hesseler ihre eigene spirituelle Entwicklung von der Ausbildung bis zur Praxis
 
Art.Nr.:18
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In diesem Buch beschreibt die Schamanin Claudia Hesseler ihre eigene spirituelle Entwicklung von der Ausbildung bis zur Praxis, dies teils humorvoll, aber auch kritisch. Sie zeigt auf, dass sich schamanisch arbeitende Europäer in unserer Gesellschaft eine immer größere Akzeptanz erarbeiten können, wenn sie den Pfad des "Wissens" beschreiten und damit meint sie nicht nur schamanisches Wissen.

Schamanische Praktiken gibt es auf allen Ebenen des täglichen Lebens. Traditionelle Rituale existieren für Schamanen zwar in Stammesgesellschaften, jedoch würde es den Sinn verfehlen, diese hier in Deutschland nur zu imitieren, da sie nur in einem bestimmten Kontext in einer bestimmten Region zu verstehen sind. Deshalb müssen diese hier in Europa auf Ihre Anwendbarkeit hin angepasst werden.

Viele Dinge können dem interessierten Leser nützlich sein...

Leseprobe:

Das Leben einer Schamanin in Deutschland

 

 

Verändere dich und deine Umgebung,
bevor du dazu von dir selbst gezwungen wirst.

 

Meine Geschichte mag sich für viele Menschen sehr fremdartig anhören und doch wird sie für mich immer das zwar ungewöhnlichste aber beglückendste Erlebnis in meinem Leben sein.

Alles fing vor ca. 20 Jahren an. Ich wurde von einer Bekannten auf dem Weg vom Kindergarten angesprochen, ob ich nachmittags zu ihr zu einem Kaffee kommen möchte – Ihre Tante sei zu Besuch?! Nun nicht weiter darüber nachdenkend sagte ich ja. Erst nachdem ich zu Hause die Kinder abgefüttert hatte und selbst ein wenig zur Ruhe kam, wunderte ich mich doch über ihr Anliegen – wir waren nicht so gut bekannt, dass man mich einlädt, wenn doch eigentlich die Familie zu Gast ist. Nun ich verwarf es wieder mit dem nächsten Gedanken, dass sie vielleicht die Langeweile quält bei solchen längeren Familientreffen und sie ein wenig Abwechslung benötige. Also trabte ich pünktlich zur Kaffeezeit mit meinen Kindern bei ihr an. Die ältere Dame kam aus Russland und ich verstand kein einziges Wort, so dass Renate mir alles übersetzen musste.

Und hier begann eine gar wunderliche Geschichte, die mir lange Zeit viel Kopfzerbrechen bereitete. Besagte Russin, Irma Passakova (83 Jahre), aus dem tiefsten Sibirien wollte mir doch allen ernstes erklären, dass sie von einem Traum getrieben nach Deutschland gereist ist, denn hier würde sie Ihre neue Schülerin treffen. Ich glaube meine Fragezeichen müssen auf meiner Stirn schon Falten geworfen haben, denn was hatte ich damit zu tun und vor allen Dingen: Schülerin in was??? Renate erklärte mir dann, Ihre Tante sei eine Schamanin – na klasse und was ist das? Winnetou lässt grüßen oder wie? – nun sie würde Menschen heilen mit geistigen Kräften – na klar doch: so ein Quatsch!

Zu diesem Zeitpunkt arbeitete ich in einem Heim für Mehrfachbehinderte mit Verhaltensauffälligkeiten und versuchte nebenbei meine Heilpraktikerausbildung auf die Beine zu stellen. Dies war das einzige Zugeständnis, was ich zu dem Zeitpunkt zur Medizin noch annehmen konnte – schließlich war dies ja wenigstens noch halbwegs fundiert – was die meisten Ärzte zu dem Zeitpunkt aber bestimmt schon vehement abgewiesen hätten.

Und da kommt da so eine kruzelige alte Dame und will mir etwas von geistigen Kräften erzählen – für mich unannehmbar! Punkt – Schluss, also verabschiedete ich mich recht zügig aber artig wieder, weil ich zu Hause noch dringend etwas zu erledigen hätte und verdrängte dieses Erlebnis augenblicklich wieder.

Doch so leicht gab sich Irma nicht geschlagen. Sie erwartete mich bereits am nächsten Tag vor meinem Haus, als ich von der Arbeit und dem Abholen der Kinder vom Kindergarten nach Hause kam. Wieder redete die Dame sehr bestimmt auf mich ein und ich verstand kein Wort von dem was sie da auf Russisch schwätzte. Ich rief also Renate an und bat diese Ihre Tante abzuholen. Renate jedoch meinte Irma hätte mich im Traum gesehen und ich wäre ihre neue Schülerin und ich solle doch ihrer Einladung nach Russland folge leisten. Ich in Russland – im tiefsten Sibirien – was um Himmels willen sollte ich dort? Irma ging dann doch, aber nicht ohne noch sehr bestimmend fast schon herrisch auf mich einzureden.

An diesem Abend ließ mich das Gespräch nicht mehr los und so griff ich mir wenigstens mal ein Lexikon und schlug unter Schamanismus/ Schamane nach, was dies denn überhaupt sei. Nun nach der Erklärung wusste ich genau so viel wie vorher – nämlich gar nix! Warum machte ich mir also so viele Gedanken darum? Hatte ich nicht genug zu tun? Nun reiß dich am Riemen und vergiss das Ganze…

Doch es war viel einfacher gesagt als getan. In den folgenden Wochen hatte ich ständig vollkommen wirre Träume, auch war ich fahrig und zerstreut und die Begegnung mit Irma ließ mich einfach nicht los. Und dann sendete mir Irma auch noch das Flugticket – na toll – als wenn es nicht schon verwirrend genug in der letzten Zeit gewesen wäre…

 

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